Der Eismann – von Silja Ukena

Der Eismann von Silja Ukena

Tödliche Kälte, eiskalte Morde – und ein unverzeihliches Verbrechen. So lässt sich der Debut-Krimi von Silja Ukena „Der Eismann“ gut zusammen fassen.

Zwei Todesfälle bringen den genervten und knorrigen Hauptkommissar Bruno Kahn in einem sibirischen Berliner Winter an die Grenzen seiner Belastbarkeit. Aus seiner vorweihnachtlichen Trägheit herausgerissen, finden sich zwei tote Rentner, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben. Dann stürzt eine alte Opernsängerin aus ihrer Wohnung und Kahn lässt ich von seiner Kollegin Laura Conti, die einen neuen Stil in die 7. Mordkommision bringt, mitreißen. Nachdem die Presse offensichtlich interne Details der Mordfälle veröffentlicht, scheint alles drunter und drüber zu gehen. Als eine dritte Leiche auftaucht, sind die Spaziergänge durch das bitterkalte Berlin und seine Randbezirke passé.

Mit Hauptkommissar Bruno Kahn ist ein authentischer, knorriger Berliner Typ beschrieben, der so wirklich in jeder Polizeidienststelle der Hauptstadt, seinen Dienst ableisten könnte. Ich habe ihn förmlich vor mir gesehen und konnte mir auch gut vorstellen, ihm in einer alten Berliner Kneipe zu begegnen.

Die Geschichte ist spannend geschrieben und ich konnte mir zum Teil die Orte der Handlungen bildhaft vorstellen. Mich stört jedoch, dass am Ende die Geschichte nicht ganz rund wird. Wenn es sich wirklich um eine wahre Begegebenheit handelt, fehlt mir ein schlüssiges Ende – oder kommt da noch ein Nachschlag?

Taschenbuch
Verlag: blanvalet
ISBN: 978-3-7645-0525-7

3 von 5 Sterne

Achtung! Ich komme – Henriette Hell hat Orgasmen

Henriette Hell ist Journalistin und schreibt üblicherweise für Frauenmagazine. In ihrem Buch „Achtung ich komme – In 80 Orgasmen um die Welt“ verarbeitet Henriette ihr Problem mit dem eigenen Orgasmus. Nachdem sie erneut von ihrem Freund hört, dass etwas mit ihr nicht stimmt, weil sie durch die übliche Penetration nicht zum Orgasmus kommt, bzw. er alles ausprobieren will, um sie endlich zum Orgasmus zu bringen, packt sie ihren Koffer und begibt sich auf eine Recherche-Reise zum Thema Orgasmen. Sie räumt ihr Konto leer und versucht in jedem Land, in dem sie sich eine Weile aufhält, mit einem Einheimischen zu schlafen.

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Bald ruhest du auch – von Wiebke Lorenz

Bald ruhest du auch von Wiebke Lorenz

Nach dem Unfalltod ihres Mannes fühlt Lena sich wie in einem Albtraum. Aber sie weiß, dass sie leben muss – für ihr Kind, denn Lena ist im achten Monat schwanger. Dabei ahnt sie nicht, dass ihr der wahre Horror erst noch bevorsteht. Vier Wochen nach der Geburt ist die kleine Emma plötzlich spurlos verschwunden. Entführt aus ihrer Wiege. Schon bald wird Lena klar: Sie soll büßen. Doch wofür? Ein perfider und grausamer Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

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Tage wie Salz und Zucker – Shari Shatuck

Tage wie Salz und ZuckerEllen Homes ist eine junge Frau, die ihre Mitmenschen beobachtet und über ihre Eindrücke und Beobachtungen Tagebuch führt. Sie selbst versteckt sich hinter ihrem Übergewicht und eine hässliche Narbe im Gesicht hinter ihren langen Haaren. Sie trifft eines Tages im Bus auf die blinde Temerity, die nicht nur vor Lebensfreude sprüht, sondern auch keine Berührungsängste hat. Sie begegnet Ellen mit einer Offenheit und Nähe, die sie aus ihrem Einsiedlertum reißt.  Zum ersten Mal wird Ellen gesehen und sie entwickelt einen Mut sich Einzumischen, der sie selbst am meisten fasziniert. Sie verhindert einen Raub, hilft dabei einen Mörder zu fassen und wirbelt auch sonst gemeinsam mit Temerity eine Menge Staub auf. Weiterlesen

Freitags in der faulen Kobra – Stefan Nink

Freitags in der Faulen Kobra von Stefan NinkEs ist das erste Buch, dass ich aus dieser Reihe lese, daher kann ich nichts zu den anderen „Siebeneisens“ sagen. Schön ist, dass es nicht unbedingt notwendig ist, das Vorgängerbuch gelesen zu haben um die Geschichte zu verstehen. Es werden zwar immer wieder Anspielungen auf eine vorherige Geschichte mit Siebeneisen gemacht. Sie sind aber nicht relevant für die jetzige Geschichte.

Wirklich anschaulich, sind die bildhaften Reisebeschreibungen. Auch die historischen Hintergründe sind schön und erinnern ein wenig an das Buch des „Hundertjährigen“. Weiterlesen

Die Analphabetin, die rechnen konnte … aberwitzig!

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Nachdem ich letztes Jahr von Jonas Jonasson das Buch: „Der Hunderjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ mit großem Enthusiasmus in wenigen Tagen gelesen habe, war ich sehr gespannt auf den Nachfolgeroman. Schon beim „Hundertjährigen“ hat Jonasson seinen Protagonisten mit vielen Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik zusammenkommen lassen. Bei der aberwitzigen Geschichte der jungen Afrikanerin Nombeko, die zwar nicht lesen kann, aber ein Rechengenie ist, treffen erneut namhafte Persönlichkeiten mit der Hauptperson zusammen. Dabei hilft sie auch noch  fast zufällig bei der Konstruktion nuklearer Sprengköpfe mit und führt nebenbei Verhandlungen mit den Mächtigen der Welt. Sie kann sich nach Schweden absetzen, begegnet ihrer großen Liebe und bringt nicht nur ihr eigenes Leben, sondern gleich die gesamte Weltpolitik durcheinander.

Der Roman hat mich diesmal nicht so gepackt wie der „Hundertjährige“, aber Nombeko ist eine schlaue und gewiefte Persönlichkeit, die sich durch ihre Naivität, Sprach- und Rechenkenntnisse durchs Leben kämpft und dabei Dinge erlebt, die so skurril und absurd sind, dass ich beim Lesen immer wieder Schmunzeln musste. Allerdings sind mir einige Passagen, vor allem der Teil, wo sie in die Konstruktion nuklearer Sprengköpfe involviert ist, zu langatmig gewesen. Ich denke, Jonasson hätte sich hier kürzer fassen können.
Aber alles in allem ist es ein sehr amüsantes und lesenswertes Buch!
Gebundenes Buch, 448 Seiten
ISBN: 978-3-570-58512-2
€ 19,99
Verlag: carl’s books
*** von 5