Kingsman The Secret Service

Kingsman Plakat
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„Kingsman: The Secret Service“ ist das neueste Werk von Regisseur Matthew Vaughn, der sein Debüt im Jahr 2004 mit dem von Daniel Craig angeführten Actionfilm „Layer Cake“ feierte, und zuletzt mit dem Publikumsliebling „Kick-Ass“ und dem Mega-Blockbuster „X-Men: Erste Entscheidung“ auf sich aufmerksam machte. Sein derzeitiges Projekt lässt den Zuschauer jedoch erahnen, welchem Genre seine Leidenschaft am meisten gebührt, denn „Kingsman“ ist nichts anderes als ein Liebesbrief an den klassischen britischen Spionagethriller.

Harry Hart (Colin Firth) ist Teil eines unabhängigen Geheimdienstes, den Kingsmen, die, ohne jegliches Wissen der Öffentlichkeit, bereits unzählige Male die Welt gerettet haben. Diese Gruppe von Geheimagenten, die sich, was Anzahl und Decknamen angeht, an den Rittern der Tafelrunde orientiert, wird angeführt von Arthur (Michael Caine) und besteht ausschließlich aus perfekten Gentlemen. Harry jedoch macht es sich zur Aufgabe den jungen Eggsy (Taron Egerton), einen kleinkriminellen Taugenichts aus dem Ghetto-Viertel Londons, für seine Organisation zu rekrutieren, und stößt währenddessen auf allerlei Probleme, nicht zuletzt auf einen wahnsinnigen Milliardär (Samuel L. Jackson), der droht die Menschheit auszulöschen.

Es ist beinahe unglaublich, wie gut es Matthew Vaughn gelungen ist, diesen Spagat zwischen Bond-Film und Austin Powers-Parodie für die Leinwand umzusetzen. Seine mitverfasste Drehbuchadaption der Comicvorlage ist hervorragend geschrieben, es gibt tonnenweise direkte Referenzen zu den großen Klassikern des Agentenfilms, die Charaktere harmonisieren gut miteinander, ihre verschiedenen Persönlichkeiten kommen allein durch die Sprache zum Vorschein, ihre Hintergrundgeschichten verleihen ihnen mehr Tiefe und kleine und teilweise unscheinbare Situationen, Gegenstände und Dialoge werden zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgegriffen und verstärken so den Eindruck eines wohlgeformten, gut durchdachten Filmereignisses.

Der Soundtrack ist fantastisch gewählt, die Kostüme, welche stark zur Wirkung des Films beitragen, sitzen bei jedem wie angegossen und lassen die Charaktere geradezu erstrahlen. Kameraführung, Licht und Schnitt sind exzellent und unterstreichen die bereits vorhandenen Vorzüge des Films. Gerade in den Actionsequenzen wird dies deutlich, jede Bewegung ist klar zu erkennen, die Szenen wirken weich und realistisch, und man kann erkennen, dass die Schauspieler einen großen Teil ihrer Stunts selbst gemacht haben.

Die Schauspieler selbst sind allesamt perfekt gecastet. Colin Firth spielt seine Rolle mit einer solchen Leichtigkeit, dass man sich fragt, warum er nicht schon vor Jahren als Actionheld entdeckt wurde. Michael Caine ist hervorragend als Kopf des Secret Service und Samuel L. Jackson fügt dem Film mit seinem lispelnden Bösewicht, der wo immer er hingeht Leichenberge hinterlässt, aber kein Blut sehen kann, eine weitere komödiantische Note hinzu. Das Highlight ist jedoch Newcomer Taron Egerton, der eine absolute Verwandlung durchmacht und von dem wir in Zukunft sicherlich noch einiges sehen werden.

„Kingsmen: The Secret Service“ lehnt sich an den großen Klassikern seines Genres an, fühlt sich dabei jedoch nie wie ein Abklatsch, sondern stets neu und innovativ an. Der Zuschauer bekommt genau das was er sehen will, sprich spritzige Dialoge und herausragende Actionszenen, bei denen einem ruhig mal die Kinnlade herunterfallen kann, ohne aber jemals vorhersehbar zu wirken.

Fazit: So viel Spaß hatte ich im Kino schon lange nicht mehr.
Ab 12. März im Kino.

Bewertung: **** von fünf Sternen!

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