The Maze Runner – Amazingly good!

Regisseur Wes Ball, Produzent Wyck Godfrey und Thomas Brodie-Sangster
Regisseur Wes Ball, Produzent Wyck Godfrey und Thomas Brodie-Sangster

Ein junger Mann erwacht allein, voller Panik und ohne Erinnerung an sein früheres Leben in einem dunklen, käfigähnlichen Lastenaufzug. Er weiß weder wo er sich befindet, noch was mit ihm geschehen wird. Als sich die Türen schließlich öffnen findet er sich in einer ländlichen Umgebung wieder, umgeben von dutzenden Jungen seines Alters. Was zunächst wie eine offene Lichtung wirkt entpuppt sich als wahres Gefängnis, denn das gesamte Gebiet wird von einer ominösen Stahlmauer umschlossen, und der einzige Ausweg führt durch das tödliche Labyrinth, das sich dahinter befindet.

In der brachialen Flutwelle von Jugendbuch-Verfilmungen, die seit einigen Jahren die Kinos überströmt, ist es kaum möglich eine von ihnen auszumachen, die tatsächlich ein gewisses Maß an Substanz, sowie das Potenzial besitzt, eine Demografik, die nicht aus 12- bis 14-jährigen Mädchen besteht, auf angemessene Art und Weise zu unterhalten und zufriedenzustellen. Hört man demnach von einem Film, der damit wirbt auf einer Bestseller-Reihe zu basieren, ist man schnell geneigt die Augen zu verdrehen.

Dieses Debüt des ehemaligen Visual Effects-Künstlers Wes Ball jedoch schafft das Unmögliche. Es zieht den Zuschauer von der ersten Sekunde in einen Bann, von dem man nur schwer wieder loskommt. Hierbei ist die ausgeklügelte Erzählweise ausschlaggebend; man entdeckt die Welt gemeinsam mit der Hauptfigur. Das Publikum wird mit einem Mal, ohne jegliche Vorwarnung, sowie ohne Vorspann, in die Geschichte hineingeworfen. Wir befinden uns mit Thomas im beengenden Aufzug, wir werden wie er von der Reihe jugendlicher Gesichter angestarrt und wir sehen sein entsetztes Gesicht, kurz bevor sich die Kamera um 180 Grad dreht und auch wir die bedrohliche Mauer erblicken. Erst dann erfahren wir, in welchem Film wir eigentlich sitzen: „The Maze Runner“.

Eine solche Einleitung erlebt man nicht alle Tage, und so ist bereits am Anfang klar, dass dieses Spektakel sich von anderen seinesgleichen abhebt.

Was den Film jedoch wirklich trägt, abgesehen von der immer weiter aufrechterhaltenen Spannung und den auftretenden Mysterien, die es gilt zu lösen, sind die schauspielerischen Leistungen der jungen Protagonisten. Hauptdarsteller Dylan O’Brien verkörpert seinen Charakter, der Fragen stellt, nach deren Antworten auch die Zuschauer suchen und sich heroisch, aber nichtsdestotrotz zugleich intelligent verhält, mit einer solchen Hingabe und Begabung, dass man sich wundert, weshalb man nicht schon früher von ihm gehört hat. Und auch die anderen Jungschauspieler zeigen ihr Talent, handeln nachvollziehbar und treiben gekonnt den Verlauf der Geschichte voran.

Die halbe Auflösung am Schluss, die bereits auf den zweiten Teil einstimmen soll, kommt nicht ganz an das vorherige Geschehen heran, lässt allerdings trotzdem große Fragen offen und macht Lust auf mehr.

Fazit: „The Maze Runner“ ist einer von wenigen Diamanten in einer großen Miene aus Schutt und Asche. Ein Film, der zwar nicht die Welt verändern wird, jedoch ausgezeichnete Unterhaltung liefert, und zwar für Jung UND Alt.

Wertung **** von 5 Sternen!

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